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Agenda 2030
Für die Umsetzung der langfristigen und übergeordneten Ziele des räumlichen Leitbildes sind anhand der fünf Themen Mobilität, Wirtschaft, Versorgung, Erholung und Wohnen Leitlinien aufgestellt worden.
Vom Ausbau zur Ausnutzung
Die bestehende Infrastruktur muss besser und kollektiver genutzt werden. Entscheiden dafür wird der Ausbau des ÖPNV´s sein. Durch die Verknüpfung des ÖPNV-Netzes für Bewohner, Besucher als auch Gäste könnte eine höhere Auslastung erreicht werden. Des weiteren braucht es nach fortschreitender Verlagerung der schweren Transitverkehre aus dem Ortskern einer Qualitätssteigerung durch die Umgestaltung und Kultivierung des öffentlichen Raums. (Ideen: Informationsorte, Veranstaltungsbühne, ÖPNV Haltepunkte, Marktplatz und Rathausplatz).
Von Verwaltung zur Unternehmung Waidhaus
Neben seiner heutigen Funktion als Verwaltungs- und Gastgewerbestandort braucht es die Förderung neuer Wirtschaftsbereiche, wie z. B. Dienstleistungen. In diesem Bereich müssen Anreize für Kleinunternehmer und Selbständige geschaffen werden. Wichtige Voraussetzung dafür bildet der Anschluss an die bestehende Datenautobahn (LwL-Kabel Lichtwellenleiter) und der Ansiedlung von IT-Dienstleistern. (Ideen: Back-Office, Tech Data und Datenhotel).
Von Ver- zur Selbstversorgung
Das begrenzte Angebot und Sortiment des Filialisten in Waidhaus erzeugt in der Bevölkerung den Wunsch nach mehr Qualität und Unabhängigkeit in der primären Versorgung, wie z. B. mehr ökologische und regionale Produkte. Darum bedarf es der Findung und Förderung von Akteuren für den Betrieb und den Ausbaus kleinteiliger Einzelhandelsstruktur. Ebenso ist eine Dezentralität der Energieversorgung, d. h. neben Gas auch der Einsatz von regenerativen Energien wünschenswert. Verfügt die Oberpfalz über ausreichende regenerative Energieträger und Ressourcen, wie z. B. Holz und Windkraft. (Ideen: Ausbau Markthaus am Eck und Biomarkt)
Vom Transit zum Tourist
Das Gäste-, Tourismus- und Freizeitangebot in Waidhaus ist geprägt vom Transitverkehr der vergangenen Jahrzehnte: praktisch und preiswert. Zur Stärkung des Sektors bedarf es der Verbesserung der Qualität und der Neuausrichtung des Erholungsangebotes. Eine thematische Ausrichtung auf die Kultur- und Naturschätze im Grenzraum gilt es zu erörtern. Des weiteren eine Entzerrung der Saisonalität, beispielsweise durch wetterunabhängige Nutzungen, wie z. B. Wellness und Fitness. Zu empfehlen ist der Ausbau der Freizeitanlage und des Campingplatzes.
Von Wachstum zur Transformation
Der demographische Wandel fordert eine Verdichtung und Verbesserung der Bausubstanz im Ortskern und die flexibilisierung des Wohnungsangebotes, d. h. Mietwohnungen, Gästeunterkünfte und kurzzeitige Übernachtungsmöglichkeiten. Darüber hinaus die Schaffung von Wohnungen für junge Menschen, Mehrgenerationen-Wohnen, betreutes und altengerechtes Wohnen. Für die Siedlungserweiterungen gilt der Rückbau, da das bauliche Kleid von Waidhaus über die Jahre zu groß geworden ist. (Ideen: zeitgemäße Wohnformen im Ortskern).
Handlungsräume und -felder
Aus dem Leitbild und seinen Leitlinien lassensich die folgenden Handlungsräume, Handlungsfelder und Kriterien ableiten. Handlungsräume sind der Ortskern, die Freizeitanlage, die Wirtschaftsflächen an Autobahn und Daten-Autobahn, der Grenzraum. Das entscheidende Handlungsfeld ist die Anpassung des Wirtschaftsstandortes und den damit verknüpften Kriterien, wie der Revitalisierung des Ortskerns (Brachflächen und Leerstände), Entwicklung des Einzelhandels, Verbesserung des Freizeit- und Kulturangebotes, Aufwertung des öffentlichen Raums und der Initiierung eines Imagewandels. Der durch das Förderprogramm angestoßene Stadtentwicklungsprozess im Anschluss an das iSEK bietet die Möglichkeit, im Rahmen von Informationsveranstaltungen, Exkursionen und Gesprächskreisen, die formulierten Leitlinien und Ideen mit den entsprechenden Akteuren zu realisieren.
1.) Revitalisierung des Ortskerns Waidhaus
Im Ortskern bedarf es dringend der Stärkung der Einzelhandelsfunktionen, des Kultur- und Freizeitangebotes. Der Aufwertung des öffentlichen Raums, Verbesserung des ÖPNV´s, die Umnutzung der Brachflächen und Initiierung eines Imagewandels. Die Realisierung dieses Maßnahmenkatalogs wird u.a. durch das Stadtumbau West Förderprogramm ermöglicht.
2.) Nutzung von Auto- und Datenautobahn
Waidhaus verfügt über die entscheidenden Kriterien für die Ansiedlung von Wirtschaft: Zwei hochwertige Anbindungen an überregionale Infrastrukturen: Die Autobahn A6 und die Autobahn der Daten, d. h. das lwl-Netz. Beide Infrastrukturen sind nicht ausreichend genutzt.
3.) Entwicklung des Grenzraums
Die Natur- und Kulturschätze im ehemaligen Grenzraum bieten das Potential das Freizeit- und Kulturangebot von Waidhaus aufzuwerten. Dies käme verschiedenen Zielgruppen gelegen: den eigenen Bürger(innen), Besuchern und Urlaubern. Zugleich blieben Natur- und Kulturschätze für die nachfolgenden Generationen bewahrt.